Es sind die kleinen Dinge …
Viele Produkte von LEMISO - WERKE sind genau so entstanden: Wir brauchten etwas für eine eigene Modellbahn, fanden keine passende Lösung – und bauten sie schließlich selbst. Aus einzelnen Ideen wurden Produkte, aus Produkten ganze Sortimente und aus einem Hobby schließlich ein Unternehmen.
Modellbau und Ausstellung gehören seit vielen Jahren zu LEMISO - WERKE.
Zwei Modellbahner brauchen Bahnsteige
Modellbahn begleitet Stephan Lehmann praktisch seit seiner Kindheit: Mit drei Jahren gab es die erste Eisenbahn, mit sechs die erste elektrische Modellbahn in H0. Lorenz Kästner baut bereits seit den 1970er-Jahren Modellbahnen. Unterschiedliche Erfahrungen und Interessen trafen hier irgendwann auf dasselbe Problem: Für die eigene Anlage fehlten passende Modelle.
Einen wichtigen Impuls hatte Stephan bereits 2005 auf der Modell Hobby Spiel in Leipzig bekommen. Während seiner Ausbildung zum Elektriker von 1996 bis 2000 hatte er den praktischen Umgang mit Gips gelernt. Auf der Messe sah er bei Manfred Luft, welche Möglichkeiten dieser Werkstoff im Modellbau bietet. Bis dahin hatte es Überlegungen zu Bastelbögen aus Papier gegeben – Gips eröffnete jedoch ganz andere Möglichkeiten für dreidimensionale Modelle.
Als schließlich für eine Spur-N-Anlage geeignete Bahnsteige gebraucht wurden, entstanden gemeinsam die ersten eigenen Modelle. Was zunächst nur für den eigenen Bedarf gedacht war, überzeugte uns so sehr, dass daraus die Idee für ein kleines Sortiment entstand.
Am 12. Dezember 2006 wurde LEMISO gegründet. Der Name entstand aus LEhmanns MIniaturen SOrtiment. Rund ein halbes Jahr später folgte der erste eigene Webshop. Aus den Bahnsteigen entwickelte sich nach und nach ein Sortiment mit Tunneln, Mauern, Felsen und weiteren Modellbauprodukten.
Aus LEMISO wurde später LEMISO - WERKE. Der Name passt inzwischen ziemlich gut zu dem, was aus den ersten Gipsmodellen geworden ist: Entwicklung und Konstruktion, Kleinserienfertigung, Handarbeit und verschiedene moderne Fertigungsverfahren unter einem Dach.
Vom Produktfoto zur großen Schauanlage
Eigentlich sollte eine eigene Spur-N-Anlage zunächst vor allem eine vernünftige Umgebung für Produktfotos bieten. Dabei blieb es nicht lange. Aus einzelnen Modulen entstand über die Jahre eine Schauanlage mit mehr als 23 Metern Länge.
Viele markante Bauwerke und Modelle entstanden durch Lorenz Kästner – darunter das große Schiffshebewerk, Hafen, Viadukte, eine funktionsfähige Drehbrücke und zahlreiche Landschaftsszenen machten die Anlage zu einem praktischen Versuchsfeld für neue Ideen und zugleich zu einem Blickfang auf Modellbauausstellungen.
Die Anlage wurde mehrfach ausgezeichnet und fand auch das Interesse von Eisenbahnjournalisten und Filmemachern, darunter Hagen von Ortloff. Für uns war aber mindestens ebenso wichtig, auf den Ausstellungen unmittelbar zu erleben, wie Modellbauer unsere Produkte einsetzen und welche Lösungen ihnen noch fehlen.
1:450 – eine ziemlich kleine neue Welt
2008 begegnete uns erstmals die damals noch außergewöhnliche Spur T im Maßstab 1:450. Die winzigen, tatsächlich fahrenden Züge faszinierten uns sofort. Zu den ersten eigenen Ideen für diese Spur gehörte ein Tunnel aus Gips.
Später entstand der Kontakt zu Martin Kernl von spur3.de, über den wir Spur-T-Produkte in Deutschland vertrieben. 2020 bot sich schließlich die Gelegenheit, diesen Geschäftsbereich zu übernehmen und selbst weiterzuführen.
Seitdem wird das Programm kontinuierlich weiterentwickelt. Am 6. September 2021 kam die V 200.1 in unser Sortiment, am 1. August 2022 folgten die Selbstentladewagen, am 12. August 2023 die Silberlinge und am 11. Juli 2024 die BR 232 „Ludmilla“. Parallel wächst das Zubehörprogramm um Gleise, Landschaft und Anlagenbau.
Neue Fertigungsverfahren haben viele dieser Modelle überhaupt erst möglich gemacht. Seit 2018 beschäftigen wir uns intensiv mit dem 3D-Druck; 2019 kam der erste eigene Drucker hinzu. Heute verbinden wir je nach Produkt 3D-Druck, klassische Modellbautechniken, Lackierung und Handarbeit.
Pontifex Minimus – aus einer Brücke wird ein System
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist unser 2024 entstandenes modulares Brückenprogramm Pontifex Minimus für Spur T. Statt nur einzelne fertige Brücken anzubieten, entstand ein System aus unterschiedlichen Brücken, Viadukten, Pfeilern, Brückenköpfen, Mauern und Arkaden.
Die einzelnen Elemente lassen sich miteinander kombinieren und ermöglichen damit sehr unterschiedliche Bauwerke für die jeweilige Anlagensituation. Genau diese Art von Modellbau mögen wir besonders: Ein Produkt gibt nicht vor, wie eine Anlage aussehen muss, sondern stellt Bausteine für die Ideen des Modellbauers bereit.
Eigene Ideen entwickeln – besondere Ideen weiterführen
Nicht jedes gute Modell muss bei uns selbst erfunden worden sein. Manchmal besteht die spannendere Aufgabe darin, etwas Besonderes zu erhalten und weiterzuführen.
Auf Kleinserienmessen lernten wir Bernd Hauser kennen. Seine Figuren hatten bereits eine lange Geschichte: Schon 1979 entstand sein erster 35-mm-Ritter. Als sich die Familie Hauser aus dem Geschäft zurückzog, übernahm LEMISO - WERKE im März 2020 das Figurenprogramm. Damit konnte ein außergewöhnliches Kleinseriensortiment erhalten und weiter produziert werden.
Gleichzeitig erschlossen wir weitere kleine Spurweiten. 2020 entwickelte Lorenz Kästner die ersten Produkte für Spur Nm, im Januar 2021 startete das Sortiment. 2023 kam Spur Ne hinzu.
Gerade solche kleinen und ungewöhnlichen Spurweiten passen gut zu unserem Verständnis von Modellbau. Nicht alles muss für einen riesigen Markt gedacht sein. Manchmal ist ein Produkt gerade deshalb interessant, weil es genau für diejenigen entsteht, die bislang vergeblich danach gesucht haben.
Zurück zum Gründungsort
Die Adresse von LEMISO - WERKE ist ihrer Geschichte erstaunlich treu geblieben. Gegründet wurde das Unternehmen im Haus von Stephans Eltern. Auch nachdem er 2008 auszog, blieb die Firmenadresse bestehen. Seit Mai 2025 entsteht dort nun Schritt für Schritt wieder die Firmenzentrale mit Werkstatt, Produktion und Lager.
Perspektivisch soll daraus mehr werden als nur ein Ort, an dem Pakete gepackt und Modelle produziert werden. Wir möchten Modellbau dort auch unmittelbar erlebbar machen – mit unseren Produkten, Anlagen und der Geschichte, die sich inzwischen über viele Jahre angesammelt hat.
2026 – und wieder geht es um Felsen
2026 kam ein weiteres besonderes Kapitel hinzu. Ein Kunde machte uns darauf aufmerksam, dass Andreas Dietrich aus Österreich einen Nachfolger für seine Knitterfelsen® suchte. Die Idee, aus hochwertig bedrucktem Spezialpapier durch Knittern dreidimensional wirkende Felslandschaften entstehen zu lassen, überzeugte uns sofort.
Mit der Übernahme führen wir diese Idee weiter und bauen die Produktion bei LEMISO - WERKE neu auf. Gleichzeitig entstehen neue Motive, Formate und Möglichkeiten, Knitterfelsen® mit unserem übrigen Landschaftsbauprogramm zu verbinden.
Damit schließt sich fast ein Kreis: Die Geschichte von LEMISO begann mit Gips, Mauern und Landschaftsbau – zwanzig Jahre später beschäftigen wir uns wieder intensiv mit Felsen, diesmal mit einem vollkommen anderen Material und Verfahren.
Und jetzt?
Ab November 2026 widmet sich Stephan Lehmann hauptberuflich LEMISO - WERKE. Damit entsteht mehr Raum für Entwicklung, Produktion, die Firmenzentrale und all jene Ideen, die bisher häufig zwischen Beruf, Werkbank und Messeterminen ihren Platz finden mussten.
Was als Lösung für ein paar fehlende Bahnsteige begann, umfasst heute Modellbahnprodukte in mehreren Spurweiten, eigene Fahrzeuge und Gleissysteme, Landschaftsbau, Kleinserien und übernommene Traditionsprodukte.
Entscheidend ist am Ende nicht unsere Geschichte, sondern was auf Ihrer Anlage daraus entsteht.
Ob winzige Spur-T-Brücke, Bahnsteig, Schmalspurbahn, Figuren oder eine ganze Felswand: Unsere Produkte sollen Ihnen dabei helfen, Ihre eigenen Ideen im Modell Wirklichkeit werden zu lassen.
Und natürlich liegen in den LEMISO - WERKEN längst die nächsten Ideen auf den Werkbänken. Darüber sprechen wir aber lieber erst, wenn daraus auch wirklich Modelle geworden sind.